Der österreichische Fotograf Christian Anderl, hat eines seiner letzten Videos mit einem wunderbaren Vergleich zum derzeitigen Gefühlsstand wohl vieler Instagramnutzer/innen eingeleitet.
Frei und kurz von mir wiedergegeben: Wir fühlen uns einfach nicht mehr wohl bei der Party. Zu viele neue Gäste, die uns permanent mit ihrer Anwesenheit und ihren Meinungen überfrachten und die den Blick auf unsere Freunde versperren.
Gefühlt nimmt die Entwicklung bei Instagram wöchentlich eine andere Richtung und verliert sich dabei in Verwirrung. Über dem Versuch TikTok zu kopieren, dem ständigen Wechsel der Prioritäten des Algorithmus, und immer neuen (nützlichen?) Funktionen und Angeboten, leiden vermehrt die nützlichen und nötigen Grundfunktionen. Die Nutzung wird teilweise so anstrengend, dass die Lust „normaler“ Nutzer/innen, immer mehr schwindet. Gefühlt scheint Instagram bestrebt, aus allen seinen Nutzer/innen Influencer, Creator oder Coaches machen zu wollen, die der Plattform Umsatz bescheren. Es entsteht ein Druck, der jede Leichtigkeit und den Spaß an eigenem Content nimmt.
Instagram ist zwar in gewisser Weise schon lange ein Ort des „Nachmachens“. Nachdenklich stimmt mich zurzeit jedoch besonders der Trend der „Du bist dran!“ Funktion und seiner Vorlagen in den Storys.
Wenn sich Menschen, die eigentlich von Kreativität und Ideen leben dazu hinreißen lassen das Gleiche zu tun, und dazu auch noch die gleichen Vorlagen nutzen, die keinen Spielraum lassen, dann ist für mich ein Punkt erreicht. Vielleicht bin ich aber auch nur erschrocken wie bereitwillig und häufig dies z. B. von Fotografinnen und Fotografen genutzt wird. Die Intensität der Nutzung dieser Funktion, ist für mich der Gipfel der Konditionierung.
Muss ich als kreativer Mensch tatsächlich meine Kreativität aufgeben, um Reichweite zu erreichen?
Ich möchte mich nicht im Instagram Dilemma verlieren.
Schon 2022 wurde es mir zu wirr. Und irgendwann Mitte 2023 habe ich aufgehört mir Gedanken über das Styling meines Feeds zu machen. Auch meine Texte zu den einzelnen Postings habe ich zurückgeschraubt, so wie letztendlich die Anzahl meiner Postings. Einzige Ausnahme – Storys. Hier habe ich quasi täglich ein Lebenszeichen gezeigt. Wenn Beiträge im Feed dazukamen, dann in erster Linie, weil ich im Beitrag eines Models als Co-Autor eingesetzt wurde.
Vor 2 Jahren hatte ich bereits angekündigt „Neue Wege“ gehen zu wollen. Tatsächlich wird es nun endlich Zeit, diese auch zu gehen. Bis Ende des Jahres werde ich mich nach und nach mit meinen Bildern weiter aus Instagram zurückziehen. Ab 2025 wird sich dann mein Instagram-Content endgültig meinen neuen Wegen anpassen, die ich hier auf meiner eigenen Plattform gehen werde.
Hier das Video von Christian Anderl mit seiner wunderbar bildlichen Beschreibung.
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